Muss man sich beschneiden lassen, um zum Islam zu konvertieren?

Du musst Dich nicht beschneiden lassen, um zum Islam zu konvertieren. Die Beschneidung ist keine Bedingung für die Gültigkeit Deiner Schahada. Sobald Du die Schahada mit aufrichtigem Herzen aussprichst, bist Du Muslim – beschnitten oder nicht. Die Beschneidung gilt als Sunnah1 (empfohlene Praxis des Propheten ﷺ) und wird stark empfohlen, aber sie ist nicht verpflichtend für die Konversion.

Die Schahada macht Dich zum Muslim

Das Erste und Wichtigste: Die Schahada allein macht Dich zum Muslim.

Wenn Du bezeugst, dass es keinen Gott außer Allah ﷻ gibt und dass Muhammad ﷺ Sein Gesandter ist, dann bist Du Muslim. Es gibt keine zusätzlichen körperlichen Voraussetzungen oder Rituale, die für die Gültigkeit Deiner Konversion zum Islam notwendig sind.

Die Beschneidung gehört nicht zu den Bedingungen der Schahada. Du kannst Dein ganzes Leben lang Muslim sein, ohne beschnitten zu sein, und Du bist trotzdem ein vollwertiger Muslim vor Allah ﷻ.

Was ist die Beschneidung im Islam?

Die Beschneidung (Khitan auf Arabisch) ist die Entfernung der Vorhaut bei Männern. Im Islam gilt sie als Sunnah – eine empfohlene Praxis, die der Prophet Muhammad ﷺ selbst praktiziert und empfohlen hat.

Sie gehört zur sogenannten Fitra, der natürlichen Veranlagung des Menschen. Die meisten muslimischen Jungen werden bereits im Kindesalter beschnitten. Für sie ist es Teil ihrer religiösen Identität. Aber für erwachsene Konvertiten ist die Situation anders.

Viele Gelehrte sagen, dass die Beschneidung für erwachsene Konvertiten empfohlen, aber nicht zwingend erforderlich ist – besonders wenn gesundheitliche Risiken, hohes Alter oder andere Umstände dagegen sprechen.

  1. siehe Quelle: islamqa ↩︎

Beitrag islamisch verifiziert von
Dr. Shaykh Muḥammad Abū Ṣāliḥ
Gelehrter & Imam gep. Ar-Rahman Moschee Bonn

In Übereinstimmung mit:

Koran & authentische Sunna

Konsens (Ijma) der Gelehrten

Europäischer Rat für Fatwa und Forschung

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