Schahada – Das Glaubensbekenntnis

Die Schahada ist das islamische Glaubensbekenntnis und lautet „La ilaha illa-llah, Muhammadun rasulu-llah“ (Es gibt keinen Gott außer Allah, und Muhammad ist der Gesandte Allahs). Sie ist das erste der fünf Säulen des Islam.

Die Schahada muss sieben Bedingungen erfüllen, um vor Allah angenommen zu werden: Wissen über ihre Bedeutung, absolute Gewissheit ohne Zweifel, Akzeptanz mit Herz und Zunge, Unterwerfung unter ihre Konsequenzen, Wahrhaftigkeit beim Aussprechen, Aufrichtigkeit der Absicht und Liebe zu Allah und Seinem Gesandten.

Schahada-Text auf Deutsch

Die Shahada lautet auf Deutsch: „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Muhammad ist der Gesandte Allahs.“

Es gibt verschiedene Übersetzungsvarianten, die jeweils leicht unterschiedliche Nuancen betonen:

  • „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad sein Gesandter ist.“
  • „Es gibt keine Gottheit außer Allah, und Muhammad ist der Gesandte Allahs.“
  • „Niemand hat das Recht, angebetet zu werden, außer Allah, und Muhammad ist der Gesandte Allahs.“

Die letzte Variante macht besonders deutlich, was gemeint ist: Nur Allah gebührt Anbetung, nichts und niemand sonst.

Schahada auf Arabisch

Die Shahada auf Arabisch lautet:

لا إله إلا الله محمد رسول الله

Transliteration: „Lā ilāha illā-llāh, Muḥammadun rasūlu-llāh“

Manche sprechen die Shahada auch in der erweiterten Form aus: „Aschhadu an lā ilāha illā-llāh, wa aschhadu anna Muḥammadan rasūlu-llāh“ (Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist).

Warum muss die Shahada auf Arabisch sein?

Im Islam gilt die Shahada nur dann als vollständig gültig, wenn sie auf Arabisch ausgesprochen wird.

Der Grund: Der Koran wurde auf Arabisch offenbart, und die exakte Bedeutung und der spirituelle Gehalt der Worte können in Übersetzungen verloren gehen.

Arabisch ist die Sprache des Islam – bei der Konversion zum Islam, beim Gebet und bei allen religiösen Riten wird Arabisch verwendet, um die ursprüngliche Botschaft unverfälscht zu bewahren.

Die sieben Bedingungen der Shahada

Die großen Gelehrten des Islam haben herausgearbeitet, dass die Schahada bestimmte Bedingungen erfüllen muss. Das bloße Aussprechen der Worte genügt nicht. Du musst diese Bedingungen verstehen und verinnerlichen, um mit der Schahada zum Islam zu konvertieren.

1. Wissen (Ilm)

Die erste Bedingung ist Wissen über die Bedeutung der Schahada. Du musst verstehen, was du sagst – sowohl den verneinenden Teil („Es gibt keinen Gott“) als auch den bejahenden Teil („außer Allah“). Wissen steht im Gegensatz zu Unwissenheit.

Allah sagt im Koran:

Das Wort „Wissen“ ist hier entscheidend – nicht blindes Nachsprechen. In einer anderen Stelle sagt Allah:

Sie wissen in ihren Herzen die Bedeutung der Worte, die ihre Münder aussprechen.

In einer authentischen Überlieferung bei Bukhari sagte Uthman ibn Affan:

Der Gesandte Allahs sagte: „Wer stirbt im Wissen, dass es keinen Gott gibt außer Allah, wird ins Paradies eintreten.“

Wenn jemand die Shahada ausspricht, ohne zu wissen, was sie bedeutet, dann hat dieses Bekenntnis keine Gültigkeit vor Allah.

2. Gewissheit (Yaqin)

Die zweite Bedingung ist absolute Gewissheit. Dein Herz muss frei von jedem Zweifel sein. Glaube, der auf Vermutungen oder Unsicherheit basiert, zählt nicht. Gewissheit steht im Gegensatz zu Zweifel.

Allah sagt im Koran:

Eine Bedingung dafür, dass sie wahrhaftig in ihrem Glauben an Allah und Seinen Gesandten sind: Sie dürfen nicht zweifeln. Wer zweifelt, ist ein Heuchler.

Der Prophet Muhammad sagte in einer authentischen Überlieferung bei Muslim:

„Bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass ich der Gesandte Allahs bin. Kein Mensch, der Allah mit diesen beiden Worten begegnet, ohne daran zu zweifeln, wird vom Paradies ferngehalten.“

Zweifel ist das Gegenteil von Gewissheit. Gewissheit bedeutet: Du weißt es in deinem Herzen mit absoluter Sicherheit, ohne auch nur den kleinsten Schatten eines Zweifels.

3. Akzeptanz (Qabul)

Die dritte Bedingung ist Akzeptanz mit Herz und Zunge. Du musst akzeptieren, was die Shahada bedeutet und alle ihre Konsequenzen annehmen. Akzeptanz steht im Gegensatz zu Ablehnung.

Allah beschreibt die, die das Glaubensbekenntnis akzeptieren:

Allah sagt auch:

Der Prophet verglich die Menschen mit verschiedenen Bodenarten. In einer authentischen Überlieferung bei Bukhari und Muslim sagte Abu Musa:

Der Prophet sagte: „Das Gleichnis der Rechtleitung und des Wissens, mit dem Allah mich gesandt hat, ist wie reichlich Regen, der auf Land fällt. Ein Teil des Landes ist fruchtbar: Es nimmt das Wasser auf und bringt viel Gras und Vegetation hervor. Ein anderer Teil des Landes ist unfruchtbar, aber er hält das Wasser, und Allah lässt die Menschen davon profitieren, sodass sie trinken, ihre Tiere tränken und ihre Felder bewässern. Ein dritter Teil des Landes ist eine Ebene, die kein Wasser hält und wo keine Pflanzen wachsen. Das ist wie die Person, die die Religion Allahs versteht und von der Botschaft profitiert, mit der Allah mich gesandt hat, sodass sie lernt und andere lehrt, und die Person, die keine Aufmerksamkeit schenkt und die Rechtleitung Allahs nicht akzeptiert, mit der ich gesandt wurde.“

Einige nehmen die Rechtleitung an und profitieren davon. Andere lehnen sie ab und lassen sie an sich vorbeiziehen.

4. Unterwerfung (Inqiyad)

Die vierte Bedingung ist Unterwerfung unter die Bedeutung der Shahada. Das ist das Gegenteil von Vernachlässigung oder Ignoranz. Du musst dich dem unterwerfen, was die Shahada von dir verlangt.

Allah sagt im Koran:

Allah sagt auch:

Und weiter:

„Sein Angesicht unterwerfen“ bedeutet: sich vollständig hingeben. „Während er Gutes tut“ bedeutet: er bekennt die Einheit Allahs. Es reicht nicht, die Shahada nur zu sagen – du musst danach handeln, dich den Geboten Allahs fügen und dein Leben nach den Lehren des Islam ausrichten.

5. Wahrhaftigkeit (Sidq)

Die fünfte Bedingung ist Wahrhaftigkeit – du musst meinen, was du sagst. Die Worte müssen aus deinem Herzen kommen, nicht nur von deiner Zunge. Herz und Worte müssen übereinstimmen. Wahrhaftigkeit steht im Gegensatz zu Lüge und Heuchelei.

Allah sagt im Koran:

In einer authentischen Überlieferung bei Bukhari und Muslim sagte Muadh ibn Jabal:

Der Prophet sagte: „Es gibt niemanden, der bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, wahrhaftig aus seinem Herzen, ohne dass Allah ihn vor dem Feuer beschützt.“

Das Wort „wahrhaftig aus seinem Herzen“ ist entscheidend. Wenn dein Herz nicht dabei ist, wenn du die Shahada nur mechanisch aussprichst, dann zählt sie nicht.

6. Aufrichtigkeit (Ikhlas)

Die sechste Bedingung ist Aufrichtigkeit und Reinheit der Absicht, frei von jeder Form von Shirk (Götzendienst, Beigesellung von Partnern zu Allah).

Allah sagt im Koran:

Allah sagt auch:

In einer authentischen Überlieferung bei Bukhari und Muslim berichtet Abu Hurayrah:

Der Prophet sagte: „Die Menschen, die am meisten meine Fürsprache verdienen werden, sind jene, die ‚La ilaha illa-llah‘ aufrichtig aus ihren Herzen oder ihren Seelen sagen.“

Aufrichtigkeit bedeutet: Du tust es nur für Allah, nicht um andere zu beeindrucken, nicht aus kulturellen Gründen, nicht wegen deiner Familie. Nur für Allah allein.

7. Liebe (Mahabbah)

Die siebte Bedingung ist Liebe – Liebe für diese Worte, für das, was sie bedeuten, und für die Menschen, die nach ihnen leben und ihre Bedingungen erfüllen. Und gleichzeitig Abneigung gegen alles, was dem widerspricht.

Allah sagt im Koran:

Das Zeichen deiner Liebe zu Allah: Du gibst dem Vorrang, was Allah liebt, selbst wenn es gegen deine eigenen Wünsche geht. Du verabscheust, was Allah verabscheut, selbst wenn du dazu neigst. Du nimmst als Freunde, wer Freunde Allahs und Seines Gesandten sind, und du nimmst als Feinde, wer Feinde Allahs und Seines Gesandten sind. Du folgst Seinem Gesandten, folgst seinen Fußstapfen und akzeptierst seine Rechtleitung. All diese Zeichen sind Bedingungen dieser Liebe, und es ist nicht vorstellbar, dass diese Liebe ohne diese Bedingungen existieren kann.

Der Gesandte Allahs sagte in einer authentischen Überlieferung:

„Es gibt drei Dinge – wer sie besitzt, hat die Süße des Glaubens gefunden: Wenn Allah und Sein Gesandter ihm lieber sind als alles andere; wenn er einen Menschen nur um Allahs willen liebt; und wenn er es hasst, zum Unglauben zurückzukehren, nachdem Allah ihn davon gerettet hat, so sehr, wie er es hassen würde, ins Feuer geworfen zu werden.“ (Überliefert von Anas ibn Malik)

Die achte Bedingung: Ablehnung falscher Götter

Einige Gelehrte fügen eine achte Bedingung hinzu: Al-Kufr bi-l-Taghut – die Ablehnung aller falschen Götter und alles, was anstelle Allahs angebetet wird.

Der Prophet sagte in einer authentischen Überlieferung bei Muslim:

„Wer ‚La ilaha illa-llah‘ sagt und alles ablehnt, was anstelle Allahs angebetet wird, dessen Besitz und dessen Blut sind geschützt, und seine Abrechnung liegt bei Allah.“

Es reicht nicht, nur Allah zu bekennen – du musst auch aktiv alles ablehnen, was Ihm Partner beigesellt wird. Damit dein Besitz und dein Blut geschützt sind, musst du zusätzlich zum Aussprechen von „La ilaha illa-llah“ auch alles ablehnen, was anstelle Allahs angebetet wird, egal wer oder was es ist.

Ob es Götzen sind, weltliche Führer, Geld, Macht, deine eigenen Begierden – alles, was du anstelle Allahs oder gleichrangig mit Allah stellst, musst du ablehnen.

Die Schahada als Eingang zum Islam

Die Shahada ist das Tor zum Islam. Der Prophet sagte in einer authentischen Überlieferung:

„Wem auch immer ich mit diesen beiden Worten begegne – dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass ich der Gesandte Allahs bin – ohne daran zu zweifeln, der wird vom Paradies nicht ferngehalten.“

Das ist die Verheißung Allahs: Wenn du die Schahada mit Wissen, Gewissheit, Akzeptanz, Unterwerfung, Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Liebe aussprichst, dann ist das Paradies deine Belohnung.

Aber vergiss nicht: Es sind nicht nur Worte – es ist ein Lebensstil, eine Verpflichtung, ein Bund mit deinem Schöpfer.

Häufig gestellte Fragen

Reicht es, die Schahada einfach auszusprechen, um Muslim zu werden?

Nein, das bloße Aussprechen reicht nicht aus. Die Schahada muss sieben Bedingungen erfüllen: Wissen über ihre Bedeutung, absolute Gewissheit, Akzeptanz, Unterwerfung, Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Liebe zu Allah ﷻ. Wenn Du die Worte nur mechanisch aussprichst, ohne zu verstehen, was sie bedeuten, oder ohne sie zu meinen, dann zählt die Schahada vor Allah nicht.

Was bedeutet „Aufrichtigkeit“ bei der Schahada konkret?

Aufrichtigkeit bedeutet, dass Du die Schahada nur für Allah ﷻ aussprichst – nicht um andere zu beeindrucken, nicht aus kulturellen Gründen, nicht wegen Deiner Familie oder Freunde. Du tust es ausschließlich, um Allah zu dienen.

Beitrag islamisch verifiziert von
Dr. Shaykh Muḥammad Abū Ṣāliḥ
Gelehrter & Imam gep. Ar-Rahman Moschee Bonn

In Übereinstimmung mit:

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