Jährlich nehmen weltweit Millionen von Menschen den Islam an. In den USA konvertieren schätzungsweise 25.000 bis 100.000 Menschen jährlich zum Islam, in Deutschland etwa 4.000, in Frankreich ebenfalls 4.000 und in Großbritannien rund 5.000. Dieses Wachstum entsteht durch eine Kombination aus hohen Geburtenraten, Migration und Konversion – wobei Konvertiten in westlichen Ländern eine zunehmend wichtige Rolle spielen.
Die weltweite Entwicklung: Islam als am schnellsten wachsende Religion
Der Islam ist heute mit 1,9 Milliarden Anhängern (Stand 2020) die zweitgrößte Religion der Welt nach dem Christentum. Was viele überrascht: Der Islam wächst deutlich schneller als jede andere Weltreligion.
Nach Schätzungen des renommierten Pew Research Center wird die muslimische Weltbevölkerung bis 2050 auf 2,7 bis 3 Milliarden ansteigen. Das bedeutet: Fast 30% der Weltbevölkerung werden dann Muslime sein – im Vergleich zu 23% im Jahr 2010.

Die Zahlen im Detail
Die Wachstumsrate des Islam liegt bei 2,9% pro Jahr – deutlich über dem globalen Bevölkerungswachstum von 2,3%. Zum Vergleich:
- Islam: +2,9% jährlich
- Christentum: +1,18% jährlich
- Hinduismus: +1,2% jährlich
Zwischen 2010 und 2050 wird die Zahl der Muslime voraussichtlich um 70% steigen, während die Zahl der Christen nur um 34% wachsen wird.
Warum wächst der Islam so schnell?
Das explosive Wachstum des Islam hat drei Hauptgründe:
- Hohe Geburtenraten: Muslimische Frauen bekommen durchschnittlich mehr Kinder als Angehörige anderer Religionen. Die durchschnittliche muslimische Familie hat weltweit etwa 3,1 Kinder, während der globale Durchschnitt bei 2,3 liegt.
- Junge Bevölkerung: Die muslimische Bevölkerung ist im Durchschnitt jünger als andere religiöse Gruppen. Das bedeutet: Mehr Menschen im gebärfähigen Alter.
- Konversionen: Obwohl Konversionen zahlenmäßig weniger ins Gewicht fallen als Geburten, spielen sie besonders in westlichen Ländern eine wichtige Rolle. In den USA konvertieren beispielsweise jährlich 25.000 bis 100.000 Menschen zum Islam.

Konversionen in Europa
Die Zahl der Europäer, die jährlich zum Islam konvertieren, ist schwer exakt zu bestimmen, da viele Länder keine offiziellen Statistiken über Religionszugehörigkeit führen. Dennoch gibt es Schätzungen für einige Länder:
- Deutschland: ~4.000 Konversionen jährlich
- Frankreich: ~4.000 Konversionen jährlich
- Großbritannien: ~5.000 Konversionen jährlich
Diese Zahlen sind allerdings umstritten und basieren meist auf Schätzungen islamischer Verbände. In Großbritannien hat sich die Zahl der Konvertiten im letzten Jahrzehnt verdoppelt.
Deutschland: Zwischen 10.000 und 100.000 Konvertiten
In Deutschland leben heute etwa 5,3 bis 5,6 Millionen Muslime (Stand 2020). Das entspricht ungefähr 6,6% der Gesamtbevölkerung. Damit sind Muslime die zweitgrößte religiöse Gruppe in Deutschland nach den Christen.
Wie viele Deutsche konvertieren jährlich zum Islam?
Die genaue Zahl der Konversionen zum Islam in Deutschland ist nicht bekannt. Der Grund: Die Konfession Islam wird statistisch nicht erfasst.
Anders als bei christlichen Kirchen gibt es keine Taufe oder offizielle Registrierung. Man kann morgens aufwachen, das Glaubensbekenntnis sprechen – und ist Muslim.
Viele Konvertiten gehen gar nicht zu Religionsgemeinschaften, um sich die Konversion schriftlich bestätigen zu lassen. Das macht es für muslimische Verbände quasi unmöglich, eine verlässliche Statistik zu führen.
Die Schätzungen: Von 10.000 bis 100.000
In Medien und öffentlichen Debatten schwanken die Schätzungen der Gesamtzahl der Konvertiten in Deutschland zwischen 10.000 und 100.000. Diese große Spannbreite zeigt, wie unsicher die Datenlage ist.
Die umstrittenste Quelle ist das Islam-Archiv in Soest. Dessen Leiter Salim Abdullah berichtete von einer regelrechten „Konvertitenwelle nach 9/11“:
- Vor 2001: Etwa 250-300 Konversionen pro Jahr
- Nach 2001: Etwa 4.000 Konversionen pro Jahr
Frauen konvertieren häufiger als Männer
Ein überraschender Fakt, der oft übersehen wird: In vielen westlichen Ländern konvertieren mehr Frauen als Männer zum Islam.
In den USA kommen auf jeden männlichen Konvertiten vier weibliche Konvertierte. Das widerspricht dem Klischee, dass der Islam Frauen unterdrückt und sie deshalb gemieden werden müssten.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind die Zahlen der Konversionen so ungenau?
Die genauen Zahlen sind schwer zu ermitteln, weil es keine offizielle Registrierung gibt. Anders als bei christlichen Kirchen, wo es Taufe und Mitgliedschaft gibt, reicht im Islam das Aussprechen der Schahada. Viele Konvertiten gehen nicht zur Moschee, um sich die Konversion bestätigen zu lassen. Sie konvertieren alleine zu Hause. Deshalb basieren die Schätzungen meist auf Angaben islamischer Verbände, die nur Konvertiten zählen können, die sich bei ihnen melden.
Warum konvertieren nach 9/11 mehr Menschen zum Islam?
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 stieg das öffentliche Interesse am Islam stark an. Viele Menschen begannen, sich aus Neugier mit der Religion zu beschäftigen – sei es durch Bücher, Dokumentationen oder persönliche Gespräche. Dabei entdeckten einige, dass das mediale Bild des Islam nicht mit der tatsächlichen Lehre übereinstimmt. Die intensive Auseinandersetzung führte bei vielen zur Konversion. Das Islam-Archiv in Soest berichtete von einem Anstieg von 250-300 auf etwa 4.000 Konversionen jährlich.
Stimmt es, dass mehr Frauen als Männer zum Islam konvertieren?
Ja, das ist tatsächlich so. In den USA kommen auf jeden männlichen Konvertiten vier weibliche Konvertierte. Das widerspricht dem verbreiteten Klischee, dass der Islam Frauen unterdrückt. Viele Frauen finden im Islam spirituelle Erfüllung, klare moralische Richtlinien und eine starke Gemeinschaft. Sie schätzen die Rolle, die der Islam der Frau zuschreibt, und fühlen sich durch die Religion geschützt und respektiert.
Wird der Islam bald die größte Religion der Welt sein?
Ja, wenn die aktuellen Trends anhalten. Das Pew Research Center prognostiziert, dass die Zahl der Muslime bis 2050 auf 2,7 bis 3 Milliarden steigen wird. Damit würden Muslime fast 30% der Weltbevölkerung ausmachen. Bei dieser Wachstumsrate (+2,9% jährlich gegenüber +1,18% beim Christentum) könnte der Islam das Christentum in einigen Jahrzehnten als größte Weltreligion überholen.
Wie viele Muslime leben aktuell in Deutschland?
In Deutschland leben etwa 5,3 bis 5,6 Millionen Muslime (Stand 2020). Das entspricht ungefähr 6,6 % der Gesamtbevölkerung. Damit sind Muslime die zweitgrößte religiöse Gruppe in Deutschland nach den Christen. Die meisten Muslime in Deutschland haben einen Migrationshintergrund, aber die Zahl der deutschen Konvertiten wächst stetig.
Wachsen alle muslimischen Länder gleich schnell?
Nein, das Wachstum ist unterschiedlich. Die höchsten Wachstumsraten gibt es in Afrika südlich der Sahara und in Teilen Asiens. In Ländern mit höherem Bildungsniveau und Wohlstand sinken die Geburtenraten auch bei Muslimen. Das globale Wachstum von 2,9% jährlich ist ein Durchschnittswert. Entscheidend sind vor allem die hohen Geburtenraten in ärmeren Regionen und die junge Altersstruktur der muslimischen Bevölkerung weltweit.

